Und täglich grüßt der Verkehr – Die Verkehrssituation vor dem KHG

Freitagnachmittag kommt man sich in der Altenburger Straße das eine oder andere Mal vor wie in einer überfüllten Großstadt. Überall stehen Autos, quetschen sich drängelnd durch die schmale Straße und laden in einem fort Schüler ein und aus. Kommt auch noch die Müllabfuhr oder gar der Stadtrundfahrt-Bus dazu, dann geht oft gar nichts mehr. Verständlich ist es ja schon: Besorgte Mütter und Väter wollen ihre Kinder eben möglichst schnell bei sich im Auto haben, besteht doch immerhin die Gefahr von Verkehrsunfällen. Aber muss das ausgerechnet zu Stoßzeiten direkt vor dem Schultor geschehen? Natürlich wartet keiner gerne länger, aber das muss ja auch nicht sein. Selbst ein Verlagern der persönlichen Bushaltestelle würde bereits genügen, um den Engpass KHG zu erleichtern, Die paar Schritte die Straße nach unten oder oben um die Kurve, sind doch auch wirklich kein Beinbruch und helfen auch den Eltern. Denn Nervenschonender ist es allemal. Dazu habe ich Herr Wölfel befragt, Oberstufenkoordinator und bekannter Lehrer unserer Schule, der schon lange am KHG unterrichtet und das Verkehrschaos regelmäßig zu spüren bekommt.
Ganz allgemein: Was stört Sie besonders an der Verkehrssituation vor dem KHG?
Aufgrund der sehr beengten Straßensituation in der Altenburger Straße und den dort parkenden Autos der Anwohner kommt es fast täglich zu teilweise chaotischen Verkehrssituationen. Diese werden vor allem durch parkende Eltern verursacht, die ihre Kinder unbedingt an der Grenze zum Schulgelände abholen wollen. Manche Eltern fahren mit ihren Autos sogar auf das Schulgelände, obwohl das strikt verboten ist. Dadurch müssen sich unsere Schüler, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, durch dieses Autowirrwarr schlängeln und sich so erheblichen Gefahren aussetzen. Besonders akut ist diese Situation an Regentagen, wenn noch mehr Schüler von ihren Eltern mit dem Auto abgeholt werden. Obwohl ich häufig mit dem Fahrrad zur Schule fahre (12 km einfach), bin ich auch mit dem Auto unterwegs und muss manchmal mehrere Minuten warten, um das Schulgelände nach Unterrichtsschluss verlassen zu können, weil kein Durchkommen möglich ist. Dieses rücksichtlose Verhalten mancher Eltern ärgert mich schon lange. Trotz der Hinweise und Bitten des Direktorats in Elternbriefen hat sich an dieser Situation in den letzten Jahren kaum etwas geändert.
Haben sie hinsichtlich der Verkehrssituation in den letzten Jahren eine Veränderung bemerkt?
Diese teilweise chaotische Verkehrssituation vor allem nach Unterrichtsschluss am Mittag bzw. auch am Nachmittag kenne ich schon so lange, wie ich Lehrer am KHG bin. Verändert hat sich meiner Meinung nach die zunehmende Rücksichtslosigkeit mancher Auto fahrender Eltern, die einfach z.T. solange mit ihrem Auto vor dem KHG stehen bleiben, bis ihr Kind oft erst nach mehreren Minuten erschienen und dann auch eingestiegen ist, ohne auf die anderen Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen.
Was könnten Schüler und Eltern ihrer Meinung nach anders machen, damit sich die Situation bessert?
Die abholenden Eltern könnten mit ihren Kindern einen Treffpunkt ausmachen, der nicht unmittelbar vor dem Eingang zum Schulgelände liegt. Ein paar Schritte weg von der Altenburger Straße würden manchen Schülern nach Unterrichtsschluss ganz gut tun und würden so die Verkehrssituation am KHG entspannen. Wer mit dem öffentlichen Nahverkehr oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen kann, sollte dies unbedingt tun; dies wäre ein erheblicher Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Ich habe in dieser Hinsicht kein Verständnis für Schüler, die freitags für Klima-und Umweltschutz demonstrieren, sich aber von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule bringen lassen.

Damit ist wohl alles gesagt. Und wenn regelmäßig ein Bus nach Hause fährt, dann ist das doch auch mal eine gute Alternative, um Umwelt und Nerven zu schonen, oder etwa nicht? Die Eltern freuen sich doch auch mal wenn sie nicht extra losfahren müssen.

Text: Amelie May
Bild: Amelie May