Wear me, eat me, always be with me

Jede Woche eine Portion, so schwer wie eine Kreditkarte, so viel Mikroplastik nehmen wir im globalen Durchschnitt laut einer Studie der University of Newcastle im Auftrag des WWF pro Woche auf. Das entspricht etwa 21 Gramm pro Monat und etwa mehr als 250 Gramm pro Jahr.

Aber wie kommen die kleinen Plastikpartikel überhaupt in unseren Körper?

Viele Wege führen in unseren Körper

Kleine Plastikpartikel mit Durchmesser von 5mm oder kleiner, die wir auch als Mikroplastik bezeichnen und die für das menschliche Auge kaum sichtbar sind, finden wir längst nicht nur in den Meeren, wo sich der Plastikmüll allmählich in immer kleinere Teile zersetzt, sondern bereits in Peelingpartikeln im Duschgel, in unserem Trinkwasser und in unserer Atemluft.

Laut dem WWF nehmen wir am meisten Plastik durch unser Trinkwasser auf, weltweit finden sich Plastikanteile im Grundwasser, Leitungswasser und im abgefüllten Wasser. In sämtlichen Proben wurde Mikroplastik nachgewiesen, je nach Region gibt es aber Unterschiede im Anteil. Die Umgebung entscheidet auch, wie viel Mikroplastik über die Atemluft aufgenommen wird. In Innenräumen ist der Plastikanteil dabei höher, dazu tragen vor allem synthetische Textilien und Hausstaub bei. Aber auch durch den Verzehr von Fischen, die nachweislich auch Mikroplastik in ihre Nahrungskette aufgenommen haben, gelangen immer mehr Kunststoffpartikel in unseren Körper.

Ein weiteres Beispiel: Beim Waschen von Kleidung, die aus Kunstfasern besteht – das wären zum Beispiel Klamotten aus Polyester, Nylon, etc. – gelangen winzig kleine Plastikpartikel über das Abwasser in die Kläranlage, wo sie nicht herausgefiltert werden können, im Klärschlamm bleiben, der wiederum als Dünger auf Feldern verwendet wird. Vegetarier können also, auch wenn sie keine Meerestiere essen, Mikroplastik durch ihre Nahrung (abgesehen von dem vorhin bereits erwähnten Trinkwasser) aufnehmen.

Plastik in unserem Körper, gefährlich und gesundheitsschädlich?

Langfristige Folgen der Aufnahme von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht ausreichend erforscht, Studien sind laut WWF in Arbeit. Vermutet wird jedoch, dass die Gesundheitsgefahr größer sein könnte als erwartet. Fakt ist: Einige in Plastik enthaltene Zusatzstoffe, wie Weichmacher, greifen in unser Hormonsystem ein, sind Krebs erregend und können Nieren und Leber schädigen. Andere Studien haben wiederum gezeigt, dass ein zu hoher Anteil von Plastikfasern Atemwegserkrankungen auslösen kann.

Plastik ist mehr als nur ein praktisches Material, das leicht, verformbar und langlebig ist. Es ist zu einem globalen Problem geworden und wir finden es überall. Wir leben in einer Plastikwelt. Ein Blick um sich genügt. Und selbst dort, wo wir es nicht sehen, können die kleinen Plastikpartikel, wenn sie einmal in uns sind, einen erheblichen Schaden anrichten.

Verfasst von Antonia Reul
Titelbild: A. Reul

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