0,80€ für das Rindfleisch-Patty – Das Billigfleisch-Problem

Spontane Burger-Party oder  „Komm, lass uns schnell mal 600l Wasser wegschütten!“ Das ist jedenfalls die Menge an Wasser, die bei der Produktion unserer 4 Rindfleisch-Pattys à 100g im Durchschnitt verbraucht wird. Und das für einen mickrigen Preis von 0,80€ pro Fleischstück. Fakt ist: Wenn man wenig fürs Lebensmittel zahlt, bleibt auch für die Angestellten weniger Lohn übrig. Und hinter Billigfleisch steckt auch noch viel mehr als Tierquälerei…

 

Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass Bio Fleisch um einiges teurer ist als das Fleisch eines Discounters. Wir alle wissen, dass die Tiere zu unwürdigen Bedingungen auf engstem Raum meist in Massentierhaltung gehalten und geschlachtet werden, damit man ihr Fleisch später zu einem möglichst niedrigen Preis in diesen Theken verkaufen kann. Trotzdem greifen viele Menschen zu diesem Fleisch, „weil es ja gut schmeckt“. Es liegt in der Natur des Menschen, erst seinen eigenen Bedürfnissen zu folgen, in diesem Fall dem Hunger, dem Verlangen, möglich günstig zu wirtschaften, und erst dann auf andere zu achten. Wir sind von einem natürlichen Egoismus geprägt, der uns auch in vielen Bereichen beschützt. Das ist in diesem Bereich, wenn es um unseren Fleischkonsum geht, anders. Wir können nicht so weitermachen. Wenn wir so weitermachen, hat das gravierende Folgen für unsere Zukunft. Unsere Umwelt. Unsere Kinder. Für uns selbst.

 

Zu den Hintergründen

Damit Tiere möglichst schnell zur Schlachtreife gemästet werden können, wird sogenanntes „Kraftfutter“ eingesetzt, das größtenteils aus Soja besteht, welches wiederum oft in Südamerika angebaut wird. Um nun Fläche für enorme Soja-Plantagen zu erhalten, wird der Regenwald abgeholzt, bzw. Brand gerodet: Die „grüne Lunge“ unseres Planeten und vor allem eine enorme Artenvielfalt wird dabei zerstört. Laut Greenpeace nimmt das Artensterben solche Ausmaße an, dass einige WissenschaftlerInnen bereits vom „sechsten Massenaussterben auf der Erde“ sprechen, Landwirtschaft […] und Nutztierhaltung im Besonderen seien hauptverantwortlich für den globalen Biodiversitätsverlust. Es ist also nicht neu, dass der Regenwald bewusst in Brand gesetzt wird. Das wird schon seit mehreren Jahren so praktiziert und es tut mir leid, dir sagen zu müssen, dass wir – durch unseren Konsum – daran maßgeblich beteiligt sind. Sehr erschreckend: Pro Minute verschwindet eine Fläche von rund 30 Fußballfeldern.

 

Neben dem Regenwald verschwindet aber auch noch etwas ganz anderes bei der Fleischproduktion: viel Wasser; Fleisch ist ein ganz schöner „Wasserschlucker“. Laut dem IHE Delf Institute for Water Education liegt der globale Durchschnitt des Wasserverbrauches so für 1kg Rindfleisch bei über 15.400 Litern Wasser, das sowohl für die Tiere, den Anbau deren Futter, als auch für die Reinigung von Ställen und noch viel mehr verwendet wurde. Das entspräche rund 85 vollen Badewannen für nur ein (!) Kilogramm Rindfleisch. Und unter Anbetracht der Tatsache, dass vielen Menschen auf der Welt Wasser fehlt, erscheint es respektlos, nur, „weil es ja gut schmeckt“, in großen Massen Fleisch zu essen. Und das tun wir im Moment. Rund 60 Kilogramm Fleisch aß ein Deutscher im Jahre 2019. Mit erheblichen Folgen für die Umwelt. Wie ein kleiner Trost erscheint es da, dass der Wert um 2,5% unter dem Wert des Vorjahres lag.

Was wir gegen all die erwähnten Probleme des Fleischkonsums tun können? – Unser Konsumverhalten umstellen: Kein Billigfleisch, den Konsum reduzieren oder gar auf Fleisch verzichten.

 

Verfasst von Antonia Reul
Titelbild: pixabay.com/de