Der Sinn des Lebens

Das philosophische Gespräch über den Sinn des Lebens

Letztens liefen unsere beiden Philosophen an einem lauen Sommerabend im Hain umher. Beide verfielen in tiefe Gedanken über das Leben. Wir, als das Kaiserschmarrn-Team, konnten für euch einen exklusiven Einblick in die Diskussion erbeuten:

Hey Can, weißt du, im Griechischunterricht haben wir gestern über Sokrates gesprochen. Dieser hatte ja eine eher seltsame Lebensphilosophie – er stellte das Recht der Stadt über sein eigenes Leben. Wie siehst du eigentlich dein Leben?

Weißt du, Benni, ich glaube, dass das Leben eigentlich keinen konkreten Zweck hat.
Wenn man darüber logisch nachdenkt, kommt man darauf, dass es keinen konkreten Zweck
geben kann. Ich wäge eigentlich immer ab, wenn ich eine Entscheidung treffen muss.
Dabei entscheide ich mich für das, was mir mehr Spaß und Glück im Leben bietet.

Interessant. Haben deine Abwägungen einen tieferen Sinn? Achtest du auf einen Wert, sobald du eine Entscheidung triffst? Handelst du, wenn du die Möglichkeit hast, so, dass du einen Wert beachtest? Wenn du z.B. die Wahl zwischen purem Glück und Gerechtigkeit hast, so wählst du dann das pure Glück?

Also ich achte bei meinen Entscheidungen darauf, dass ich keinen Menschen verletze.
Würde ein alter hungernder Mann zum Bäcker gehen und das letzte Brötchen wollen, nach
welchem aber auch ich strebe, so würde ich es ihm überlassen. Denn in der Theorie könnte
ich ihn verletzen, wenn ich ihm nicht das Brötchen überlassen würde.

Löblich, löblich – eine sehr gute Einstellung; ein Leben zu leben und so zu handeln, dass
man niemanden verletzt. Respektierst du, so denke ich logisch, also auch Menschen, die
ihrem Leben einen konkreten Zweck geben und nach einem konkreten Sinn leben?

Natürlich tue ich das. Nun genug geredet über mich. Erzähle mir, was ist dein Sinn?

Sobald ich die Möglichkeit habe, frei zu entscheiden, so entscheide und lebe ich möglichst
nach der höchsten Liebe. Ich denke nämlich, so wie John Lennon, dass Liebe eines und
dasjenige Gefühl ist, was dich glücklich macht im Leben. Genau deshalb strebe ich danach.
Glaubst du, wo wir gerade schon bei Gefühlen sind, dass Menschen in Situationen allgemeingültig handeln?

Sehr wohl! Menschen handeln entweder immer aus Angst oder aus Liebe – bzw. allgemein nach Emotionen.

Das stimmt! Viele Philosophen und Psychologen, wie beispielsweise Sigmund Freud, teilen deine Meinung. Wenn ein Mörder vor dir steht, so probierst du ihn schließlich nicht, rational davon zu überzeugen, dass das Töten für ihn und für die Gesellschaft nichts bringt.

Vernunft benutzt man letztendlich nur, weil man Angst hat, dass etwas schief geht.
So handelt man auch aus Emotionen.
Aber zurück zu deiner Lebensansicht. Je mehr Liebe du gibst, desto schöner wird dein Leben!

Ich würde vorschlagen, dass wir uns das nächste Mal über Liebe unterhalten.
Die Sonne geht unter – lass uns das Leben wie Epikur genießen!

Die beiden Philosophen zogen weiter. Wie ihr Gespräch über Liebe ausfallen wird, welche Ansichten jeweils beide Parteien haben oder teilen, das erfahrt ihr nächstes Mal!

Verfasst von Can Müller und Benedikt Santiago Diaz
Titelbild & Bilder: Paul Kuntner, Kaiserschmarrn