Unbekanntes Flugobjekt

Beim Betreten der Haupthalle gucken viele neue Schüler neugierig und ein wenig ängstlich nach oben. Über ihnen schwebt ein mysteriöses Objekt aus Metall und alle fragen sich: „Was ist das?”
Wohingegen in den Köpfen älterer Schüler folgende Fragen schwirren: „Wie viel Staub hängt daran?”, „Ob ich es mit ‘nem Papierball treffe?” aber auch „Was ist das?”
Gerüchte sagen, es sei ein Vogel. Andere sagen es sei Kunst. Moderne Kunst.
Um den Wissensdurst aller Schülerinnen und Schüler zu stillen, interviewte der Kaiserschmarrn Herrn Kuhn, der früher selbst Schüler am KHG war und das Geheimnis über das Flugobjekt lüften kann. Herr Kuhn erzählt, dass es sich weder um ein Flugobjekt, einen Vogel oder gar um Schrott handelt. Es ist eine pfeilartig die Hallendecke der Aula durchbrechende Form. Erdacht wurde sie in den 90er Jahren vom ehemaligen Kunstlehrer Herrn Cibis, welcher damals immer interessante Wahlkurse anbot. Das Projekt entstand im Wahlkurs der Metallbearbeitung, in welchem damals 4-5 Schüler teilnahmen. Die einzelnen Teile wurden im Raum C 15 angefertigt und auf dem oberen Pausenhof zusammengebaut.
Kaiserschmarrn: „Herr Kuhn, schätzen Sie doch bitte mal, wie viel Staub am Flugobjekt hängt. Die Angabe bitte in Tonnen.”
Herr Kuhn: [lacht] „Also mindestens zwei Tonnen Staub, aber auch genauso viele Papierflieger, Getränkehalter und anderer Müll.”
Kaiserschmarrn: „Wann denken Sie, wird dieser Staubfänger herunterstürzen und wen, hoffen Sie, trifft es?”
Herr Kuhn: [lacht nochmal] „Die Angst eines Absturzes ist unbegründet. Dieses Gebilde ist von Herrn Cibis so gut durchdacht, dass es nicht herunterfallen kann. Eigentlich soll man die einzelnen Teile auf diesen Drähten auch verschieben können, aber das geht nicht mehr. Ich wünsche mir natürlich nicht, dass es irgendjemanden treffen könnte. Ich habe alle an dieser Schule gleich gern.”
Das unbekannte Flugobjekt, entworfen vom ehemaligen Kunstlehrer Herr Cibis und erbaut von den Schülern des Metallkurses, ist mit dem Betonbau des KHG fest verwachsen. Für Herrn Kuhn ist es immer wieder eine schöne Erinnerung an die Zeit des Metallkurses.
Auf die Frage, wann der TÜV zuletzt da war, antwortete Herr Kuhn mit „Kein Kommentar”.

Verfasst von Sebastian Lehnert
Bild: Julian Hofmann